Fotos: Karl Ragnar Gjertsen (CC BY-SA 4.0), Karl Ragnar Gjertsen (CC BY-SA 4.0), Karl Ragnar Gjertsen (CC BY-SA 4.0) · Wikimedia Commons
1 / 3Raet ist der einzige Nationalpark Norwegens, der nach einer geologischen Erscheinung und nicht nach einem Ort benannt ist. Das Ra ist die Endmoräne, die der große Eisschild vor 11.000 bis 12.000 Jahren hinterließ, ein Wall aus Steinen und Kies, der unter dem Meer die Küste entlangläuft und hier vor Arendal an Land kommt. Auf Tromøy zeigt er sich als ein langer Geröllstrand von Spornes bis Hoveodden, mit windschiefen Bäumen dahinter und vom Eis glattgeschliffenem Fels. Der Park wurde 2016 gegründet und umfasst 607 km², davon sind aber 98 % Meer, mit Tangwäldern auf dem Unterwasserrücken und Hummerschutzgebieten. Die winzige Insel Målen östlich von Tromøy ist einfach die Spitze des Walls, die aus dem Wasser ragt, nichts als lose runde Steine. Auf Hasseltangen in Grimstad wächst ein kleiner Buchenwald, der wohl von selbst aus Dänemark herübergekommen ist.
Lokalwissen: Direkt vor Tromøy liegt Merdø, jahrhundertelang einer der wichtigsten Außenhäfen an der Skagerrakküste. Schon auf niederländischen Seekarten von 1580 ist er eingezeichnet, und der Name kommt wohl vom altnordischen 'merd', einer Fischreuse, weil das Hafenbecken genau diese Form hat. Lotsen hielten von einer kleinen Hütte auf dem höchsten Punkt Ausschau, wo zwei Kompassrosen mit der Jahreszahl 1654 in den Fels gehauen sind. Ganz im Westen liegt 'Gravene', wo man ertrunkene, unbekannte Seeleute begrub. Um 1900 lebten 144 Menschen auf der Insel. Dampfschiffe brauchten die alten Außenhäfen nicht mehr, die Zollstation schloss 1960, die Lotsenstation 1971. Das Schifferhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert ist heute das Museum Merdøgaard.
Besuch: Der Pin liegt am kostenlosen Parkplatz in Spornes auf Tromøy, neben dem Nationalparkportal bei Hove und der Kirche von Tromøy. Von hier führen Pfade und kleine Wege in beide Richtungen an der Außenküste entlang, am beliebtesten ist der Küstenpfad rund um Hoveodden, wo es Feuerschalen gibt. Auf blankem Fels und Geröll ist Feuer verboten. Im Sommer fahren Fähren von Pollen in Arendal nach Hove und nach Merdø. Das Besucherzentrum des Parks ist im Eureka-Gebäude in der Kunnskapshavna in Arendal, zusammen mit dem Vitensenteret Sørlandet, mit einem Meerwasseraquarium. Für die äußeren Schären und die Leuchttürme brauchen Sie ein Boot oder Kajak. Teile des Parks sind im Frühjahr und Sommer wegen brütender Seevögel gesperrt, achten Sie auf die Schilder. Mehr: die offizielle Seite des Parks und die eigene Website des Nationalparks Raet.
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Spornes, Tromøy, Arendal, Norway
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